Neben der Gesundheitsförderung ist die Prävention die grundlegende Strategie zur Verbesserung und Erhaltung der Gesundheit des Einzelnen und der gesamten Bevölkerung. Im Gegensatz zur Gesundheitsförderung verfolgt die Prävention aber einen krankheitsorientierten Ansatz. So stehen die Verhinderung, Verzögerung und Verminderung gesundheitlicher Schädigungen im Mittelpunkt des Handelns.
Unterschieden werden kann nach dem Zeitpunkt, an dem die Präventionsmaßnahme stattfindet, in:
- Primärprävention: Information und Beratung bestimmter Risikogruppen zur Verhinderung der Krankheitserstehung (Bsp.: Impfungen, Prophylaxe)
- Sekundärprävention: Frühzeitige Diagnose und Behandlung zur Verkürzung der Erkrankungsdauer und Verhinderung des Fortschreitens der Erkrankung (Bsp.: Aufklärung über Medikamenteneinnahme, Vorsorgeuntersuchungen)
- Tertiärprävention: Vermeidung und Abmilderung von Folgeschäden, Milderung der aus irreversiblen Erkrankungen entstehenden Leiden und Komplikationen (Bsp.: Rehabilitation von Herzpatienten, Aufklärung über Umgang mit Hilfsmitteln für Körperbehinderte)
(BZgA: Lehrbuch der Gesundheitsförderung, S. 90)
Immer mehr wird diese Differenzierung nach dem Zeitpunkt abgelöst durch die zielgruppenspezifische Differenzierung:
- Universelle Prävention: richtet sich an die gesamte Bevölkerung eines Landes, eines Landkreises, einer Stadt oder auch an Mitarbeiter eines Betriebes oder an Schüler einer Schule oder Schulklasse.
- Selektierte Prävention: richtet sich an Gruppen oder Personen, die auf Grund bestimmter bekannter Bedingungen einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, später Gesundheitsprobleme zu entwickeln (z.B. im Bezug auf die Suchtproblematik: Kinder suchtkranker Eltern, Jugendliche mit verminderten Zukunftschancen wie Schulabbrecher oder ohne Ausbildungsplatz oder Menschen in Stadtteilen mit hoher Kriminalität).
- Indizierte Prävention: richtet sich an gefährdete Einzelpersonen, die auf Grund ihrer bereits vorhandenen problematischen Verhaltensweisen (z.B. multiples Risikoverhalten oder riskanter Konsum) gefährdet sind, eine spätere Gesundheitsprobleme zu entwickeln.
(http://www.diakonie-heilbronn.de/_rubric_sucht/index.php?rubric=sucht_praevention)
Strategien der Prävention:
1. Verhaltensprävention: Sammelbegriff für Strategien, die die Beeinflussung von gesundheitsrelevanten Verhaltensweisen beinhalten. Verhaltensprävention kann abzielen auf
- die Initiierung und Stabilisierung von gesundheitsfördernden Verhaltensweisen (z.B. gesunde Ernährung, körperliche Bewegung);
- die Vermeidung und Veränderung von gesundheitsriskanten Verhaltensweisen (z.B. Rauchen. Alkoholmissbrauch, falsche Ernährung).
Als Instrumente der Verhaltensprävention haben sich neben der Aufklärung und Information vor allem verhaltenstheoretische Programme (z.B. für die Bereiche der Raucherentwöhnung, der Ernährungsumstellung und des Stressmanagements) sowie gesundheutsberatung und -erziehung in Schulen bewährt. Effektive Verhaltensprävention setzt i.d.R. die oftmals schwierig zu beeinflussende Einsicht und Motivation der Zielpersonen voraus.
2. Verhältnisprävention: Steht für Strategien, die auf die Kontrolle, Reduzierung oder Beseitigung von Gesundheitsrisiken in den Umwelt- und Lebensbedingungen, auf die Verringerung oder Beseitigung von Krankheits- und Unfallursachen in den allgemeinen Lebens-, Arbeits- und Umweltverhältnissen bzw. auf die Herstellung gesunder Verhältnisse abzielen. Klassische Felder der Verhältnisprävention sind beispielsweise:
- die Veränderung der Arbeitsbedingungen in den Betrieben (z.B. Arbeitsschutz);
- die kommunalen Aktivitäten zur Verbesserung der öffentlichen hygienischen, Wohn-, Verkehrs- und allgemeinen Sicherheitsbedingungen:
- die überregionalen, nationalen und internationalen Aktivitäten in verschiedenen Bereichen der Politik (z.B. Sozial-, Gesundheits- und Bildungspolitik) bzw. des Gesundheits-, Umwelt-, Arbeits- und Verbraucherschutzes.
(BZgA: Leitbegriffe der Gesundheitsförderung, 2003, S. 238f.)